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Acryl oder Polyester: Welcher Markisenstoff ist der richtige?

PROWETEX-Redaktion · Veröffentlicht 16. August 2026 · 3 Min. Lesezeit

Beige-braun gestreifte Stoffbahnen von unten im Gegenlicht, die Webstruktur des Gewebes ist deutlich erkennbar

Das Wichtigste in Kürze

  • Polyacryl bringt textile Haptik, die breiteste Farbpalette, hohe Farbbrillanz und hohe UV-Beständigkeit mit – es ist jedoch nur bedingt wasserdicht.
  • Polyester ist elastisch, hochfest und formstabil, gibt also unter Zug weniger nach.
  • Spinndüsengefärbte Fasern tragen das Pigment im Faden statt auf der Oberfläche; Muster werden eingewebt und nicht aufgedruckt.
  • Wasserdicht wird ein Acrylgewebe erst durch eine PU-Beschichtung, wie sie Sattler Lumera Allweather oder Dickson MAX mitbringen.
  • Screengewebe liegt dazwischen – luftdurchlässig, hochfest, ohne Wärmestau darunter.

Acryl oder Polyester – diese Frage steht am Anfang fast jeder Stoffauswahl. Beide Fasern sind für den Außeneinsatz gemacht, verhalten sich aber unterschiedlich. Der Vergleich sortiert, worauf es je nach Einsatzort ankommt.

Wie unterscheiden sich Acryl und Polyester?

Polyacryl ist die klassische Markisenfaser. Sie fühlt sich textil an, nimmt Farbe hervorragend an und hält UV-Strahlung gut stand. Wasser perlt bei imprägnierter Ware ab, doch unbeschichtetes Polyacryl ist nur bedingt wasserdicht – bei Dauerregen dringt Feuchtigkeit irgendwann durch.

Polyester ist die technischere Faser. Sie ist elastisch, hochfest und formstabil. Unter Zug längt sich ein Polyestergewebe weniger, was bei großen Flächen und straff verspannten Konstruktionen zählt.

Beide Fasern sind Kunstfasern und beide sind wetterfest. Der Unterschied liegt nicht in „gut oder schlecht", sondern in der Aufgabe.

Gewebefamilien im direkten Vergleich
MerkmalPolyacrylPolyesterScreengewebe
Haptiktextil, weichtechnisch, glatterfeste, edle Struktur
Farbauswahlsehr breit, hohe Brillanzeingeschränktermeist gedeckte Töne
Formstabilitätgibt unter Zug etwas nachformstabil, elastischhochfest
Wasserbedingt wasserdicht, beschichtet wasserdichtje nach Beschichtungluftdurchlässig, teils wasserdurchlässig
Typische KollektionenSattler Elements, Lumera, Dickson OrchestraSattler Groove, Giofex CapemarineSerge Ferrari Soltis, Dickson Sunworker

Welcher Stoff hält die Farbe länger?

Hier hat Polyacryl den strukturellen Vorteil, und der Grund liegt im Herstellungsverfahren. Spinndüsengefärbte Fasern werden eingefärbt, solange die Masse noch flüssig ist. Das Pigment sitzt damit im Faden, nicht als Schicht darauf. Reibt die Oberfläche ab oder verwittert sie, kommt darunter dieselbe Farbe zum Vorschein.

Dasselbe Prinzip gilt für Muster: Sie werden eingewebt, nicht aufgedruckt. Ein aufgedrucktes Dessin kann verblassen oder abplatzen, ein eingewebtes nicht.

Welcher ist formstabiler?

Polyester. Die Faser hat eine gute Elastizität und eine hohe Festigkeit und kehrt nach Belastung in ihre Form zurück. Bei einem fest verspannten Tuch, das dauerhaft unter Zug steht, ist das ein echter Vorteil – die Fläche bleibt straff und wirft weniger Falten.

Polyacryl arbeitet stärker mit dem Wetter. Bei Feuchtigkeit dehnt sich das Gewebe leicht und zieht sich beim Trocknen wieder zusammen. Das ist normal und kein Mangel, sollte bei der Planung der Spannmittel aber mitgedacht werden.

Wo liegt Screengewebe dazwischen?

Screengewebe ist ein dritter Weg, der die Frage teilweise auflöst. Es besteht aus beschichteten Garnen mit sichtbaren Öffnungen zwischen den Fäden: luftdurchlässig, hochfest, mit edler Oberflächenstruktur. Unter Glasdächern und in Wintergärten ist das oft der entscheidende Punkt, weil sich darunter kein Wärmestau bildet.

Der Preis dafür ist Licht: Screengewebe verdunkelt weniger als ein geschlossenes Acryltuch. Wer den Raum darunter abdunkeln möchte, ist mit Polyacryl besser bedient.

Welcher Stoff für welchen Einsatz?

Für die Terrassenmarkise und den Balkon führt der Weg meist zu spinndüsengefärbtem Polyacryl – wegen der Farbauswahl und weil das Gewebe textil wirkt. Soll das Tuch auch bei Regen dichthalten, kommt die PU-beschichtete Variante infrage.

Für große, fest verspannte Sonnensegel spricht die Formstabilität von Polyester und die Festigkeit von Screengewebe. Unter Glas und dort, wo Hitze das Hauptproblem ist, gewinnt das luftdurchlässige Gewebe.

Eine Übersicht aller sechs Gewebefamilien mit Flächengewichten steht im Ratgeber Markisenstoffe. Wenn Sie ein vorhandenes Tuch ersetzen möchten, hilft die Anleitung Markisentuch nach Maß ausmessen. Zuschnitt und Bestellwege zeigt die Seite Markisenstoffe nach Maß.

Und die ehrlichste Empfehlung zum Schluss: Legen Sie beide Gewebe nebeneinander. Kostenlose Stoffmuster beantworten die Frage nach Haptik und Lichtdurchlass in einer Minute – ein Datenblatt schafft das nicht.

Acryl und Polyester im Vergleich anfassen?

Wir schicken Ihnen Muster beider Gewebefamilien zu, damit Sie Haptik, Farbe und Lichtdurchlass an Ihrem Einsatzort vergleichen können.

Häufige Fragen

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Was ist besser: Acryl oder Polyester?

Keins von beiden generell. Polyacryl punktet mit textiler Haptik, breiter Farbpalette und hoher Farbbeständigkeit durch Spinndüsenfärbung. Polyester ist elastisch, hochfest und formstabil und eignet sich damit für große, dauerhaft gespannte Flächen. Die Entscheidung fällt über den Einsatzort, nicht über die Faser.

Was ist besser: helle oder dunkle Markise?

Helle Töne reflektieren mehr Licht und wirken darunter luftiger, dunkle Töne schlucken Licht, nehmen mehr Wärme auf und lassen den Bereich geschützter wirken. Für die Blendung zählt außerdem die Webdichte. Wichtiger als hell oder dunkel ist deshalb, ob Sie den Bereich abdunkeln oder nur die direkte Sonne wegnehmen möchten.

Kann ich meine Markise im Winter draußen lassen?

In einer geschlossenen Kassette ist das eingefahrene Tuch geschützt. Eine offene Markise sollten Sie abdecken oder das Tuch abnehmen. Entscheidend ist unabhängig von der Faser, dass das Gewebe trocken eingerollt oder eingelagert wird – feuchtes Gewebe entwickelt im gefalteten Zustand Stockflecken.

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