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Markisenstoffe im Überblick: Welches Gewebe passt zu welchem Einsatz?

PROWETEX-Redaktion · Veröffentlicht 16. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Mitarbeiter führt eine gelbe Gewebebahn von Hand durch einen Schweißautomaten in der Konfektion

Das Wichtigste in Kürze

  • Sechs Gewebefamilien decken den Außenbereich ab – Polyacryl, PU-beschichtetes Polyacryl, Polyester, HTPE-Mesh, Screen und PVC-Planengewebe.
  • Das Flächengewicht reicht von 295 g/m² (Dickson Orchestra) bis 420 g/m² (Serge Ferrari Soltis 92) und beschreibt eher den Gewebetyp als die Qualität.
  • Schwer entflammbar nach DIN 4102-1 (B1) sind einzelne Kollektionen wie Soltis 86, Alto FR, Firemaster und Sunworker – nicht das gesamte Sortiment.
  • Aus Markisenstoff entstehen Gurt-Sonnensegel bis 16 m², Seilspann-Sonnensegel bis 40 m² und Ronden-Sonnensegel bis 64 m².
  • Als Nachweise liegen Öko-Tex Standard 100, UV Standard 801 und B1-Prüfzeugnisse der Hersteller vor.

Markisenstoff steckt in weit mehr als in der Gelenkarmmarkise über der Terrasse. Dieselben Gewebe werden zu Faltsonnensegeln, Balkonbespannungen, festverspannten Sonnensegeln und Ersatztüchern verarbeitet. Wer das Material versteht, trifft die Entscheidung im Konfigurator oder im Beratungsgespräch deutlich schneller.

Welche Gewebearten gibt es?

Für den dauerhaften Außeneinsatz sind sechs Gewebefamilien üblich. Sie unterscheiden sich in Griff, Lichtdurchlass und Verhalten bei Regen:

  • Polyacryl (Sattler Elements und Lumera, Dickson Orchestra): textile Haptik, sehr breite Farbpalette, hohe Farbbrillanz und Farbbeständigkeit, hohe UV-Beständigkeit, bedingt wasserdicht.
  • Polyacryl PU-beschichtet (Sattler Lumera Allweather, Dickson MAX): gleicher textiler Charakter, dazu wasserdicht und digital bedruckbar.
  • Polyestergewebe (Sattler Groove, Giofex Capemarine): gute Elastizität, hohe Festigkeit, formstabil.
  • HTPE-Meshgewebe (Giofex Tentmesh): extrem robust, luftdurchlässig, hohe UV-Beständigkeit.
  • Screengewebe (Serge Ferrari Soltis 86, 92 und 96, Dickson Sunworker): luftdurchlässig, hohe Festigkeit, edle Oberflächenstruktur, kein Wärmestau darunter.
  • PVC-Planengewebe (Precontraint 302 und 502): pflegeleicht, wasserdicht, edler Glanz.

Verarbeitet werden Markenstoffe der Hersteller Sattler Suntex, Dickson Constant, Serge Ferrari, Giofex und Mermet.

Warum bleibt die Farbe bei manchen Geweben länger?

Der Unterschied entsteht vor dem Weben. Bei spinndüsengefärbten Geweben wird die Faser eingefärbt, solange sie noch flüssig ist – das Pigment sitzt im Faden und nicht als Schicht darauf. Dickson färbt die Orchestra-Fasern auf diese Weise, Alto FR ebenfalls.

Auch Muster entstehen nicht im Druck: Sie werden eingewebt. Deshalb bleiben Streifen und Dessins sichtbar, solange das Gewebe hält, und blättern nicht ab.

Flächengewichte und Eigenschaften gängiger Kollektionen
KollektionFlächengewichtCharakteristik
Dickson Orchestra295 g/m²Wasserabweisend, verrottungsfest, hoher UV-Schutz
Dickson Orchestra Max320 g/m²Selbstreinigend durch Permaclean-Beschichtung, wasserfest
Dickson Sunworker330 g/m²Hauchdünn bei hoher Reißfestigkeit, flammhemmend
Dickson Alto FR350 g/m²Wasserdicht, dauerhaft flammhemmend durch Phosphorfasern
Serge Ferrari Soltis 86380 g/m²Wasserdurchlässig, schwer entflammbar nach DIN 4102 (B1)
Serge Ferrari Soltis 92420 g/m²Hitzeschutz bei natürlichem Lichteinfall

Was sagt das Flächengewicht aus?

Nicht: „schwerer gleich besser". Das Gewicht je Quadratmeter beschreibt vor allem den Gewebetyp. Ein Screengewebe wie Soltis 92 wiegt mehr als ein Polyacryl wie Orchestra, weil es aus beschichteten Garnen besteht – nicht, weil es länger hält.

Praktisch relevant ist das Gewicht an zwei Stellen. Bei beweglichen Systemen wie Faltsonnensegeln lässt sich ein leichteres Gewebe leichter raffen. Bei großen, fest verspannten Flächen bringt ein schwereres Gewebe mehr Zugfestigkeit mit.

Wann brauchen Sie ein flammhemmendes Gewebe?

In öffentlichen Einrichtungen, in der Gastronomie sowie auf Messen und Veranstaltungen wird schwer entflammbares Material nach DIN 4102-1 (B1) verlangt. Diese Eigenschaft haben einzelne Kollektionen – etwa Soltis 86, Alto FR, Firemaster und Sunworker –, nicht das gesamte Sortiment.

Prüfen Sie das vor der Bestellung: Für Firemaster und Sunworker liegen B1-Prüfzeugnisse vor, die Sie zusammen mit den Kollektionsunterlagen anfordern können. Für den privaten Balkon spielt die Anforderung dagegen selten eine Rolle.

Wofür Markisenstoff verarbeitet wird

  • Faltsonnensegel und SeilspannmarkisenEinzelne Stoffbahnen laufen auf Edelstahlseilen unter Pergola, Terrassendach oder Wintergartendach und lassen sich raffen wie ein Vorhang.
  • BalkonbespannungenMaßgefertigte Bahnen werden über Ösen am vorhandenen Geländer befestigt – ohne bauliche Veränderung, meist ohne Bohren.
  • Festverspannte SonnensegelDreiecke, Vierecke und Sonderformen mit verstärkten Ecken, ausgelegt auf Zugspannung und Wasserablauf.
  • Neubespannung vorhandener MarkisenIst das Gestell in Ordnung, ersetzt ein neues Tuch die komplette Anlage. Häufig genügt sogar der Austausch des Volants an der Vorderkante.
  • Meterware für SonderlösungenÜberdachung für die Schaukel, Wetterschutz am Marktstand, Beschattung über dem Sandkasten – Zuschnitte ohne Konfektion sind möglich.

Welche Größen sind aus Markisenstoff möglich?

Bei Sonnensegeln entscheidet die Kantenverstärkung über die Fläche. Drei Bauarten sind gängig:

  • Gurt-Sonnensegel bis 16 m² mit unsichtbar eingearbeitetem Gurtband im Saum und Metallösen an den Ecken.
  • Seilspann-Sonnensegel bis 40 m² mit integriertem Stahlseil und verstärkten Ecken mit D-Ringen.
  • Ronden-Sonnensegel bis 64 m² mit Stahlplatten-Verstärkung an den Ecken, auch für gewerbliche Flächen.

Welche Bauart zu Ihrer Fläche passt, hängt an der Größe und an den Befestigungspunkten. Der Ratgeber Sonnensegel richtig befestigen geht auf die Punkte ein, an denen die Kräfte ankommen.

Welche Nachweise gibt es zu den Geweben?

Drei Prüfungen sind für Endkunden relevant. Öko-Tex Standard 100 weist die Schadstoffprüfung nach – wichtig überall dort, wo Kinder darunter spielen. Der UV Standard 801 bewertet den UV-Schutzfaktor unter realistischen Bedingungen, also auch am gedehnten, feuchten oder gealterten Tuch. B1 nach DIN 4102-1 steht für Schwerentflammbarkeit.

Einen pauschalen UV-Prozentwert nennen wir bewusst nicht: Er hängt von Gewebe, Webart und Farbe ab und steht im Datenblatt der jeweiligen Kollektion.

Wie finden Sie den passenden Stoff?

Am Bildschirm lässt sich weder die Farbe noch der Lichtdurchlass beurteilen. Beides ändert sich mit dem Licht, das durch das Gewebe fällt, und mit der Umgebung. Bestellen Sie deshalb kostenlose Stoffmuster und halten Sie sie an der Stelle ins Licht, an der später das Tuch hängt.

Wenn Sie zwischen den beiden häufigsten Fasern schwanken, hilft der Vergleich Acryl oder Polyester. Für ein Ersatztuch führt der Weg über die Messanleitung Markisentuch nach Maß. Einen Überblick über Zuschnitt, Konfektion und Bestellwege gibt die Seite Markisenstoffe nach Maß.

Welches Gewebe passt zu Ihrem Projekt?

Der Konfigurator für Markisenstoffe ist noch in Arbeit. Schildern Sie uns Einsatzort, Fläche und Anforderung – wir schlagen passende Kollektionen vor und schicken Muster dazu.

Häufige Fragen

Ihre Frage ist nicht dabei? Sprechen Sie uns an

Welcher Stoff ist der beste für Markisen?

Einen besten Stoff gibt es nicht, nur einen passenden. Für die klassische Terrassenmarkise ist spinndüsengefärbtes Polyacryl der Standard, weil es textil wirkt und die Farbe hält. Soll das Tuch Regen abhalten, kommt PU-beschichtetes Polyacryl oder PVC-Planengewebe infrage. Gegen Wärmestau unter Glas arbeiten Screengewebe und HTPE-Mesh besser, weil Luft hindurchgeht.

Markisentuch: Welcher Stoff eignet sich wofür?

Für bewegliche Systeme wie Faltsonnensegel eignen sich leichtere Gewebe, weil sie sich besser raffen lassen. Große, fest verspannte Flächen vertragen schwerere Screengewebe. In Gastronomie und öffentlichen Gebäuden ist eine B1-Kollektion nach DIN 4102-1 die richtige Wahl, am privaten Balkon reicht meist Polyacryl.

Kann ich meine Markise im Winter draußen lassen?

Ein Kassettengehäuse schützt das eingefahrene Tuch, eine offene Markise sollte über den Winter abgedeckt oder das Tuch abgenommen werden. Entscheidend ist in beiden Fällen: Rollen Sie nie ein feuchtes Tuch ein. Stehende Feuchtigkeit im gefalteten Gewebe führt zu Stockflecken, die sich kaum noch entfernen lassen.

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