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Markisentuch nach Maß: Wie messen Sie Ihre Markise richtig aus?

PROWETEX-Redaktion · Veröffentlicht 16. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Mitarbeiterin steckt den Saum einer sandfarbenen Tuchbahn an der Nähmaschine mit einer Nadel ab

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Ersatztuch lohnt sich, solange Gestell, Gelenkarme und Antrieb funktionieren – ausgetauscht wird dann nur das Verschleißteil.
  • Gemessen wird in drei Schritten: Breite über die Tuchwelle, Ausfalllänge vom Kasten bis zur Endleiste, danach das Befestigungssystem prüfen.
  • Entscheidend ist der Keder – Form und Durchmesser müssen zur Nut in Welle und Endleiste passen, Sonderkeder sind möglich.
  • Häufig ist nur der Volant an der Vorderkante verschlissen; er lässt sich einzeln ersetzen, gewellt, eckig oder gerade abgeschlossen.
  • Gelenkarme stehen unter starker Federspannung – das Tuch wird niemals bei entlasteten Armen ausgebaut.

Ausgeblichene Streifen, Stockflecken, eine gerissene Naht: Das Tuch altert schneller als die Mechanik darunter. Solange Gestell, Gelenkarme und Antrieb funktionieren, ist eine Neubespannung der kleinere Eingriff – vorausgesetzt, die Maße stimmen.

Wann lohnt sich ein neues Tuch statt einer neuen Markise?

Prüfen Sie zuerst die Mechanik. Fährt die Markise gleichmäßig aus und ein, sitzen die Gelenkarme fest, läuft der Antrieb rund? Dann ist das Gestell in Ordnung und nur das Verschleißteil am Ende.

Gegen ein Ersatztuch spricht wenig: Der Aufwand beschränkt sich auf Aufmaß und Wechsel, und Sie behalten eine eingebaute, eingemessene Anlage. Was eine Neubespannung kostet, hängt an der Fläche, am gewählten Gewebe, am Volant und daran, ob Sonderkeder nötig sind – deshalb geht der Weg über ein Aufmaß, nicht über eine Preisliste.

Anders sieht es aus, wenn Gelenkarme ausgeschlagen sind, die Wandkonsolen sich gelöst haben oder der Motor defekt ist. Dann steckt der Aufwand in der Mechanik, und ein neues Tuch löst das Problem nicht.

Was brauchen Sie zum Messen?

Ein Stahlbandmaß, eine zweite Person und, wenn die Markise hoch sitzt, eine sichere Leiter. Messen Sie am ausgefahrenen Tuch bei trockenem Wetter – ein feuchtes Gewebe liefert falsche Werte, weil es sich unter Feuchtigkeit leicht dehnt.

In vier Schritten zum passenden Ersatztuch

  1. Breite an der Tuchwelle abnehmen

    Messen Sie die Breite des vorhandenen Tuchs von Rand zu Rand, nicht die Breite des Gestells. Nehmen Sie das Maß an der Tuchwelle ab und notieren Sie es in Millimetern. Bei alten Anlagen lohnt eine zweite Messung an der Endleiste – weichen die Werte ab, gilt das größere Maß.

  2. Ausfalllänge bestimmen

    Die Ausfalllänge ist der Abstand vom Markisenkasten beziehungsweise von der Tuchwelle bis zur Endleiste. Sie entscheidet darüber, wie weit die Markise ausfährt. Messen Sie am vollständig ausgefahrenen Tuch entlang der Stofffläche, nicht in der Luftlinie.

  3. Befestigungssystem und Keder prüfen

    Sehen Sie sich an, wie das Tuch an Welle und Endleiste sitzt. Üblich sind Keder, die in eine Nut eingeschoben werden – notieren Sie Form und Durchmesser. Bei einigen Anlagen sitzen stattdessen Ösen oder Schlaufen. Fotografieren Sie beide Enden, das erspart Rückfragen.

  4. Volant und Sonderwünsche notieren

    Messen Sie die Höhe des Volants an der Vorderkante und halten Sie die Abschlussform fest. Notieren Sie außerdem, ob Sie flammhemmendes Gewebe für den gewerblichen Einsatz oder einen Druck benötigen.

Welches Befestigungssystem hat Ihre Markise?

Der Keder ist das Bauteil, an dem die meisten Bestellungen scheitern. Er ist ein in den Saum eingenähtes Rundprofil, das in eine Nut geschoben wird und das Tuch dort hält. Kedergrößen und -formen unterscheiden sich je nach Hersteller und Baujahr, und ein zu großer Keder geht nicht in die Nut, ein zu kleiner rutscht heraus.

Neben den gängigen Größen sind diverse Sonderkeder verfügbar. Wenn Sie sich unsicher sind, schneiden Sie ein kurzes Stück des alten Tuchs samt Keder ab und senden es mit – daran lässt sich das Profil eindeutig bestimmen. Bei Ösen- und Schlaufensystemen genügen Fotos und der Abstand zwischen den Befestigungspunkten.

Brauchen Sie einen Volant?

Der Volant ist der herabhängende Abschluss an der Vorderkante. Er nimmt tief stehende Sonne weg und ist zugleich das Teil, das zuerst verschleißt, weil es dauerhaft im Wind steht.

Ist das Haupttuch noch gut, genügt oft der Austausch des Volants allein. Bei den Abschlussformen haben Sie die Wahl zwischen gewellten Kanten, eckigen Formen im Marktstand-Stil und einer geraden Linie für eine ruhige Optik.

Können Sie das Tuch selbst wechseln?

Bei überschaubaren Anlagen ja. Das neue Tuch wird mit dem Keder in die Nut der Tuchwelle eingeschoben, dann in die Endleiste eingefädelt und anschließend aufgerollt. Zwei Personen arbeiten dabei deutlich sicherer als eine, weil das Gewebe beim Einschieben geführt werden muss und keine Falten werfen darf.

Der Rest ist Vorbereitung: Nut und Welle vor dem Einschieben säubern, das Tuch nicht knicken, und die Markise nach dem Wechsel einmal vollständig aus- und einfahren, bevor Sie sie dauerhaft nutzen.

Welches Gewebe kommt infrage?

Die Auswahl ist dieselbe wie bei einer neuen Anlage. Für die klassische Terrassenmarkise ist spinndüsengefärbtes Polyacryl der Standard, für gewerbliche Anforderungen gibt es flammhemmende Gewebe, und die Stoffe sind nach Öko-Tex Standard 100 auf Schadstoffe geprüft. Welche Faser zu Ihrer Situation passt, klärt der Vergleich Acryl oder Polyester; alle Gewebefamilien mit Flächengewichten stehen im Ratgeber Markisenstoffe.

Der Konfigurator für Gelenkarm-, Wintergarten- und Senkrechtmarkisentücher sowie für einzelne Volants ist angekündigt, aber noch nicht freigeschaltet. Bis dahin läuft die Bestellung über ein Aufmaß-Formular – schicken Sie uns Ihre drei Maße, die Fotos der Befestigung und Ihre Gewebeauswahl. Einen Überblick über Zuschnitt und Konfektion gibt die Seite Markisenstoffe nach Maß, Fragen zu Versand und Zahlung beantwortet der Bereich Stoffe und Versand.

Maße für Ihr Ersatztuch prüfen lassen?

Schicken Sie uns Breite, Ausfalllänge und ein Foto der Befestigung. Wir sagen Ihnen, welcher Keder passt, und rechnen das Tuch mit Volant durch.

Häufige Fragen

Ihre Frage ist nicht dabei? Sprechen Sie uns an

Wie wechsle ich den Markisenstoff selbst?

Sichern Sie zuerst die Gelenkarme gegen das Vorschnellen, lösen Sie dann den Keder aus der Endleiste und ziehen Sie das alte Tuch seitlich aus der Nut der Tuchwelle. Das neue Tuch wird in umgekehrter Reihenfolge eingeschoben, faltenfrei ausgerichtet und einmal komplett auf- und abgerollt. Zu zweit arbeiten Sie deutlich sicherer als allein.

Was kostet es, eine Markise neu zu bespannen?

Den Preis bestimmen vier Faktoren – die Fläche aus Breite mal Ausfalllänge, das gewählte Gewebe, der Volant mit seiner Abschlussform und die Art der Befestigung, also Standardkeder oder Sonderkeder. Eine belastbare Zahl entsteht deshalb erst nach dem Aufmaß. Als Orientierung gilt: Sie ersetzen ein Verschleißteil, nicht die Anlage.

Wie lange hält ein Markisentuch?

Das hängt vom Gewebe, vom Standort und vom Umgang ab. Ein Tuch, das trocken eingerollt und regelmäßig gereinigt wird, hält deutlich länger als eines, das feucht in die Kassette geht. Auch die Ausrichtung spielt eine Rolle – ein Tuch in ganztägiger Südsonne altert schneller als eines an der Ostseite.

Was mache ich, wenn ich den Keder nicht bestimmen kann?

Schneiden Sie ein etwa zehn Zentimeter langes Stück des alten Tuchs samt eingenähtem Keder ab und senden Sie es uns zu. Daran lassen sich Form und Durchmesser eindeutig bestimmen. Alternativ helfen scharfe Fotos der Nut in Tuchwelle und Endleiste zusammen mit einem angelegten Maßband weiter.

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