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Seilspannmarkise, Faltsonnensegel, Faltmarkise: Wo ist der Unterschied?

PROWETEX-Redaktion · Veröffentlicht 16. August 2026 · 3 Min. Lesezeit

Nahaufnahme eines Gleiters mit Laufrolle auf einem Edelstahlseil, daran die gefasste Kante einer hellen Stoffbahn

Das Wichtigste in Kürze

  • Seilspannmarkise, Raffbeschattung, Faltsonnensegel, Faltmarkise und Wölkchen-Markise bezeichnen dasselbe System – die Namen stammen aus dem Handel, nicht aus der Technik.
  • Grundlage sind gespannte Edelstahlseile mit 4 mm Durchmesser, auf denen die Stoffbahnen geführt werden.
  • Die maximale Stoffbreite liegt bei 200 cm; darüber ersetzen Klemmrollen die Ösen, bei sehr breiten Bahnen kommt ein Edelstahlstab statt der Öse zum Einsatz.
  • Faltsonnensegel über 200 cm Breite lassen sich mit einem bauseitigen Seilzug und Umlenkrollen bedienen.
  • Anders als eine Gelenkarmmarkise rollt sich das Tuch nicht auf, sondern faltet sich – daher die charakteristischen Bögen.

Wer nach beweglichem Sonnenschutz sucht, stolpert über ein halbes Dutzend Begriffe. Die gute Nachricht: Dahinter steckt meist genau ein System. Die schlechte: Welcher Anbieter welchen Namen benutzt, ist reine Konvention – Vergleichen wird dadurch mühsam.

Was bezeichnet welcher Begriff?

Seilspannmarkise beschreibt die Technik: Stoffbahnen laufen auf gespannten Seilen. Raffbeschattung beschreibt die Bewegung – das Tuch wird gerafft, nicht aufgerollt. Faltsonnensegel und Faltmarkise betonen die Faltung, Wölkchen-Markise die Optik der Bögen im halb geöffneten Zustand. Baldachin-Faltsegel meint die frei hängende Variante ohne Dach darüber.

Im Shop läuft das System als Faltsonnensegel. Technisch unterscheiden sich die Ausführungen weniger im Namen als in drei Punkten: Bahnbreite, Führungsart und Bedienung.

Wie funktioniert das Seilspannsystem?

Grundlage sind robuste Edelstahlseile mit 4 Millimeter Durchmesser. Sie werden parallel gespannt – an Sparren, zwischen zwei Wänden oder von einer Wand zu einem verankerten Punkt. Auf diesen Seilen laufen die Bahnen: entweder über Ösen im Saum oder über Gleiter mit Klemmrolle.

Der Unterschied zur Gelenkarmmarkise liegt in der Mechanik. Dort wickelt sich das Tuch auf eine Welle, hier legt es sich in Falten. Das erspart die Tuchwelle samt Kassette und macht die Konstruktion leicht – und es ergibt die weichen Bögen, die dem System seinen Spitznamen eingebracht haben.

Gegenüber Laufhaken hat die Ösenführung einen praktischen Vorteil: Die Bahnen können sich auf dem Seil nicht verklemmen. Bei sehr breiten Bahnen und bei Baldachin-Segeln übernimmt statt der Öse ein Edelstahlstab die Führung.

Was ist ein Baldachin-Faltsonnensegel?

Das Baldachin-Segel kommt ohne Dach und ohne Pergola aus. Nötig sind mindestens vier Haltepunkte, zwischen denen zwei Stahlseile gespannt werden – gegenüberliegende Wände erfüllen den Zweck ebenso wie fest im Boden verankerte Stützen.

Darunter entsteht ein frei hängender Schattenplatz, etwa über dem Sitzbereich oder dem Spielbereich der Kinder. Für den Wintergarten wird die Baldachin-Variante gern in Acryl-Markisenstoff ausgeführt: Das Gewebe hält der Strahlung unter Glas dauerhaft stand.

Bahnbreite und Führung
BahnbreiteFührungBedienung
bis rund 100 cmÖsen auf zwei Führungsseilenvon Hand oder mit Schiebestange
rund 100 bis 200 cmÖsen, Alu-Rohre in den Abnähern gegen DurchhängenSchiebestange, optional Schnurzug
über 200 cmKlemmrollen statt Ösen, bei großen Formaten dritte FührungSeilzug mit Umlenkrollen oder Elektroantrieb

Wo liegen die Grenzen des Systems?

Die maximale Stoffbreite liegt bei 200 Zentimetern. Das ist keine willkürliche Grenze, sondern eine Frage der Handhabung: Je breiter die Bahn, desto mehr Gewicht schiebt man beim Bedienen vor sich her und desto stärker hängt der Stoff in der Mitte durch. Alu-Rohre in den Abnähern federn das ab, ersetzen aber nicht die Aufteilung in mehrere Bahnen.

Der zweite Grenzwert steckt in der Höhe: Gefaltet hängen die Bahnen etwa die halbe Abnäherdistanz nach unten. Wo Kopffreiheit knapp ist, müssen die Abnäher enger sitzen.

Und der dritte: Das System braucht zwei tragfähige, gegenüberliegende Punkte. Fehlen die, hilft auch das beste Gewebe nicht weiter. Was für welche Situation in Frage kommt, zeigt der Überblick zu den Einsatzgebieten einer Seilspannmarkise.

Innen oder außen – worin unterscheidet sich der Einsatz?

Die Komponenten sind dieselben: Edelstahlseile, Aluminiumverstärkungen, Schäkel, Klemmen, Haken. Unterschiedlich ist das Gewebe.

Innen, etwa im Wintergarten, muss das Tuch weder wasserdicht sein noch schnell trocknen. Es wird höchstens durch aufsteigendes Kondenswasser feucht. Die Imprägnierung beugt Stockflecken vor; die lockere Faltung lässt Restfeuchte abziehen. Steigt das Kondensat stark an, ist Lüften angesagt – das schützt Tuch und Bausubstanz gleichermaßen.

Außen kommen Regen, Luftfeuchte, Temperaturwechsel und Wind dazu. Hier zählen geringe Feuchtigkeitsaufnahme, schnelle Trocknung und ein Gefälle, damit sich keine Wassersäcke bilden. Welche Kollektion was mitbringt, ist im Ratgeber Textile Terrassenbeschattung tabellarisch aufgeschlüsselt.

Technik, Zubehör und Konfektion im Überblick stehen auf der Seite Seilspannmarkisen nach Maß.

Unsicher, welche Ausführung Sie brauchen?

Beschreiben Sie uns kurz die Situation – Sparren, Wände, gewünschte Bahnbreite. Wir sagen Ihnen, ob Ösen oder Klemmrollen passen und wie viele Bahnen sinnvoll sind.

Häufige Fragen

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Wie funktioniert ein Faltsonnensegel und welche Vorteile bietet es gegenüber einem festen Sonnensegel?

Die Stoffbahnen laufen auf gespannten Edelstahlseilen und lassen sich zusammenschieben. Ein festes Sonnensegel bleibt dagegen an seiner Position – auch wenn Sie Licht möchten oder Wind aufkommt. Das Faltsonnensegel lässt sich in Sekunden raffen, einzelne Bahnen sind separat austauschbar und waschbar.

Ist das Faltsonnensegel einfach zu bedienen?

Bis etwa zwei Meter Bahnbreite genügt eine Schiebestange. Bei größeren Höhen ist ein Schnurzug komfortabler, bei sehr breiten Bahnen ein bauseitiger Seilzug mit Umlenkrollen oder ein Elektroantrieb. Die Ösenführung sorgt dafür, dass sich die Bahnen auf dem Seil nicht verklemmen.

Wie weit hängt die Raffbeschattung im gerafften Zustand nach unten?

Als Faustwert etwa die Hälfte des Abstands zwischen zwei Abnähern – bei 50 Zentimetern Abstand also rund 25 Zentimeter. Wer wenig Höhe zur Verfügung hat, plant die Abnäher enger. Weitere Antworten sammelt die Seite Häufige Fragen.

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