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Wasserdicht, wasserabweisend oder luftdurchlässig: Welches Sonnensegel brauchen Sie?

PROWETEX-Redaktion · Veröffentlicht 16. August 2026 · 4 Min. Lesezeit

Mitarbeiter führt eine gelbe PVC-beschichtete Gewebebahn unter dem Schweißkopf einer Konfektionsmaschine

Das Wichtigste in Kürze

  • Luftdurchlässig heißt: Wind und Licht gehen durch, Regen auch. Wasserdicht heißt: Es kommt nichts durch – weder Wasser noch Luft.
  • Wasserabweisend liegt dazwischen; solche Gewebe halten einen kurzen Schauer ab, sind aber kein Regendach.
  • Polyacryl-Gewebe sind bedingt wasserdicht, PU-beschichtetes Polyacryl wie Sattler Lumera Allweather und Dickson MAX ist wasserdicht, ebenso PVC-Planengewebe wie Precontraint 302 und 502.
  • Screengewebe wie Soltis 86 und 92 sowie HTPE-Mesh sind luftdurchlässig und im Wind gutmütiger, weil sich unter der Fläche kein Druck aufbaut.
  • Ein wasserdichtes Segel braucht deutliche Neigung – ohne sie bildet die Fläche nach dem ersten Regen eine Wanne.

Die drei Begriffe werden im Handel durcheinandergeworfen, dabei beschreiben sie unterschiedliche Produkte. Wer sie auseinanderhält, trifft die Kaufentscheidung in fünf Minuten.

Was bedeuten die drei Begriffe?

Luftdurchlässig. Das Gewebe hat eine offene Struktur. Wind streicht hindurch, Licht ebenfalls – und Regen auch. Solche Segel sind Sonnenschutz, kein Regenschutz.

Wasserabweisend. Die Oberfläche ist ausgerüstet, sodass Wasser zunächst abperlt. Bei kurzem Schauer bleiben Sie trocken, bei anhaltendem Regen drückt Wasser durch die Nähte und die Fläche. Die meisten klassischen Polyacryl-Gewebe fallen in diese Kategorie – sie gelten als bedingt wasserdicht.

Wasserdicht. Eine Beschichtung schließt das Gewebe. Nichts geht durch, weder Wasser noch Luft. Das ist der Regenschutz – und gleichzeitig die Variante mit den höchsten Anforderungen an Neigung und Befestigung.

Wie dicht ein Gewebe tatsächlich ist, wird nicht geschätzt, sondern gemessen: über den Wasserdrucktest nach EN ISO 20811.

Welches Gewebe kann was?

Gewebearten und ihre Eigenschaften
GewebeartWasserLuftTypischer Einsatz
Polyacryl (Sattler Elements und Lumera, Dickson Orchestra)bedingt wasserdichtgeschlossenTextile Optik, breite Farbpalette, hohe Farbbeständigkeit
Polyacryl PU-beschichtet (Sattler Lumera Allweather, Dickson MAX)wasserdichtgeschlossenWenn die Fläche auch bei Regen nutzbar bleiben soll; digital bedruckbar
Screengewebe (Ferrari Soltis 86, 92 und 96, Dickson Sunworker)durchlässigluftdurchlässigGroße und windexponierte Flächen, edle Oberflächenstruktur
HTPE-Meshgewebe (Giofex Tentmesh)durchlässigluftdurchlässigSehr robuste Flächen, öffentliche und gewerbliche Bereiche
PVC-Planengewebe (Precontraint 302 und 502)wasserdichtgeschlossenPflegeleichte, glänzende Flächen mit hoher Dichtigkeit

Zur Einordnung der Flächengewichte: Orchestra liegt bei 295 g/m², Orchestra Max mit selbstreinigender Permaclean-Beschichtung bei 320 g/m², Sunworker bei 330 g/m², das lebenslang flammhemmende Alto FR bei 350 g/m². Die wasserdurchlässigen Screengewebe sind schwerer – Soltis 86 (schwer entflammbar nach DIN 4102 B1) bei 380 g/m², Soltis 92 bei 420 g/m². Mehr Gewicht bedeutet nicht automatisch mehr Schutz, sondern eine andere Konstruktion.

Wann ist ein wasserdichtes Segel die falsche Wahl?

Häufiger, als man denkt. Drei Fälle sprechen dagegen:

  • Sehr windige Lage. Eine geschlossene Fläche fängt jede Bö vollständig ab. Die Kraft landet in den Befestigungspunkten.
  • Große Spannweiten ohne Neigung. Je größer die Fläche, desto schwieriger wird der eindeutige Wasserablauf.
  • Wärmestau unter der Fläche. Unter einem geschlossenen Tuch steht die Luft. Luftdurchlässige Gewebe lassen die Hitze nach oben entweichen, das ist an Südseiten spürbar.

Wenn Regenschutz das Ziel ist, ist ein festes Dach die ehrlichere Lösung. Ein Sonnensegel ist gebaut, um Sonne abzuhalten – Regen kann es, unter Bedingungen.

Warum ist Neigung bei wasserdichten Segeln Pflicht?

Weil Wasser sonst stehen bleibt. Auf einer waagerecht gespannten, dichten Fläche sammelt sich der Regen in der Mitte, das Gewicht zieht die Fläche weiter nach unten, und die Wanne wird mit jedem Liter größer. Am Ende gibt entweder das Eck oder der Befestigungspunkt nach.

Deshalb wird jedes wasserdichte Segel schräg gespannt: zwei Ecken deutlich höher, zwei deutlich tiefer, sodass Regen an einer definierten Stelle abläuft. Eine allgemein belegte Mindestgradzahl gibt es nicht – planen Sie den Höhenunterschied so, dass Wasser sichtbar in eine Richtung läuft, und prüfen Sie das nach dem ersten kräftigen Regen. Auch die Nahtrichtung wird bei der Konfektion auf den Wasserablauf und die Zugspannung ausgelegt.

Was leisten luftdurchlässige Gewebe bei Wind?

Sie bauen weniger Druck auf. Ein Teil des Windes geht durch die offene Struktur hindurch, statt die gesamte Fläche anzuheben. Das macht diese Segel gutmütiger, nicht unverwundbar: Auch ein Screengewebe gehört bei angekündigtem Sturm abgenommen. Was das im Betrieb heißt, steht im Ratgeber Sonnensegel bei Wind und Sturm.

Welches Gewebe für welchen Einsatz?

  • Terrasse an der Südseite, viel Mittagssonne: luftdurchlässiges Screengewebe – Schatten ohne Wärmestau.
  • Essplatz, der auch bei Nieselregen genutzt wird: PU-beschichtetes Polyacryl mit ausgeprägter Neigung.
  • Große, freie Fläche in windiger Lage: Screen- oder HTPE-Meshgewebe.
  • Öffentlicher oder gewerblicher Bereich mit Brandschutzauflage: Kollektionen mit B1-Nachweis wie Sunworker oder Soltis 86.
  • Reine Optik, textile Anmutung, große Farbauswahl: klassisches Polyacryl.

Wie die Gewebefamilien insgesamt aufgebaut sind, erklärt der Ratgeber Markisenstoffe im Überblick; welche Form zu Ihrer Fläche passt, klärt Dreieck, Viereck oder Trapez. Alle Gewebe und Optionen zeigt die Seite Sonnensegel nach Maß.

Gewebe vergleichen, bevor Sie konfigurieren

Die Stoffmuster sind kostenlos. Wenn Sie sich bereits sicher sind, führt der Konfigurator Sie in wenigen Schritten von der Form über das Gewebe bis zur Kantenausführung.

Häufige Fragen

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Ist es besser, wasserdicht oder wasserdurchlässig zu wählen?

Das hängt davon ab, wogegen Sie schützen wollen. Geht es um Schatten und um eine windige oder heiße Lage, ist ein luftdurchlässiges Gewebe die robustere Wahl. Soll die Fläche auch bei Regen nutzbar bleiben, brauchen Sie ein wasserdichtes Gewebe – und dann zwingend eine deutliche Neigung sowie stabile Befestigungspunkte.

Sind luftdurchlässige Sonnensegel wirklich windstabiler?

Sie sind gutmütiger, weil ein Teil des Windes durch die offene Struktur hindurchgeht und sich unter der Fläche weniger Druck aufbaut. Das entlastet Tuch und Befestigungspunkte. Ein Freibrief ist es nicht: Bei angekündigtem Sturm wird auch ein luftdurchlässiges Segel abgenommen.

Kann man wasserdichte Sonnensegel auch bei starkem Wind verwenden?

Nur mit entsprechend ausgelegten Befestigungspunkten und bei begrenzter Fläche. Ein geschlossenes Tuch nimmt jede Bö vollständig auf, und die Kräfte landen in Konsolen, Masten und Fundamenten. In windexponierter Lage ist die Kombination aus großer Fläche und wasserdichtem Gewebe die anspruchsvollste Variante – hier lohnt die Rücksprache vor der Bestellung.

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Wie viel Wind hält ein Sonnensegel aus?

Eine allgemein gültige Windstärke, bis zu der ein Sonnensegel hängen bleiben darf, gibt es nicht – sie hängt von Fläche, Gewebe, Neigung und Befestigungspunkten ab.

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